Reisebericht Zeitraum 01.04.-09.04.
Anfang:
Wir haben in der ersten Woche unserer Reise den Fokus auf Erholung und Entspannung gelegt. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Haus meiner Eltern in Bédoin (Frankreich) einquartiert. Wir sind am Dienstag, den 01.04., morgens um 8 Uhr losgefahren und abends um 19:30 Uhr angekommen. Dort wartete ein gedeckter Tisch und ein gemachtes Bett – ein bisschen wie bei den 7 Zwergen.
In den darauffolgenden Tagen haben wir uns dann in Ruhe nochmal unserem Bulli gewidmet und Dinge nachgeholt, die wir vorher nicht geschafft hatten. Hier und da noch ein paar Löcher gebohrt, alles nochmal richtig sauber gemacht, ein paar Sachen schön gemacht. Den ein oder anderen Glücksbringer, der uns mitgegeben wurde, an die passende Stelle angebracht – und die Route ein wenig nachjustiert.
Am 03. und 04.04. bin ich morgens von 9–13 Uhr meinem Nebenjob nachgegangen. Ich arbeite für eine große Telefonzentrale, die für Autohäuser Anrufe entgegennimmt. Ein guter Nebenjob, denn solange das Internet steht, kann ich ihn von überall machen – und wir schonen unsere Reisekasse ein bisschen.
Nachmittags haben wir meist die Sonne genossen und ein bisschen in den Grünanlagen am Haus für Ordnung gesorgt.
Am 06.04. sind wir nach Marseille gefahren und haben dort lecker im Grandes Halles du Vieux-Port, direkt am alten Hafen, zu Mittag gegessen. Am Nebentisch saßen drei nette Italiener in unserem Alter, die wegen eines Spiels von Olympique Marseille da waren. Einer von ihnen kam aus Matera, im Süden Italiens. Auf die Frage, wo es für ihn auf der Welt am schönsten sei,
antwortete er: „Bei mir zu Hause.“
Eine tolle Antwort – und nachdem ich den Ort bei Google gefunden hatte, wusste ich auch warum. Definitiv ein Reiseziel für die nächsten Touren.
Am Nachmittag haben wir ein bisschen Kulturprogramm gemacht und sind mit dem Schiff zum Château d’If gefahren – einer kleinen Insel vor Marseille. Geschichtlich hat der Ort Bedeutung durch seine Rolle als Schutzwall gegen feindliche Schiffe und ab dem 16. Jahrhundert als Gefängnis für Adelige, die der König kurzerhand wegsperren ließ. Als Ausflugsziel war hauptsächlich die Bootsfahrt schön – die Sicht vom Wasser aufs Land ist einfach ein anderes Level. Die kleine Festung selbst war leider eine Enttäuschung.
Sina sagt immer: Vom Wasser oder aus der Luft – viele Dinge sehen da einfach schöner aus.
Es geht endlich los!
Der Tag der Tage auf den wir lange gewartet haben. Montag der 07.04 um 11:00 Uhr ging es dann los. Etwas Freude, ein paar gemischte Gefühle, ein Schuss Angst und eine ordentliche Portion Aufregung und schon ist der Cocktail des Aufbruchs fertig gemischt. Wir auf dem Weg zum Gardasee einen Zwischenstopp etwas oberhalb von Sanremo (Italien) in einem kleinen Bergdorf ausgemacht der unser erstes Etappenziel auf der langen Reise ist. Gefunden über die empfehlenswerte App Park4Night.
Nach 4:30 Stunden sind wir gut und ohne Probleme mit einem kleinen Stau und an schönen Orten wir Nizza (Monaco klammere ich aufgrund meiner antikapitalistischen Haltung mal aus) und Ventimiglia in Mallare angekommen. Ein kostenloser Stellplatz direkt neben einem kleinen Fußballplatz an einem schönen ruhigen Fluss umgeben von Bergen. Begrüßt wurden wir von einem netten Schweizer Paar um die 30 die mit einem Schweizer Militärfahrzeug von Steyr, gerne mal googeln um die Dimension zu verstehen, unterwegs sind. Sie reisen seit 3 Monaten durch Portugal, Spanien, Frankreich und Italien. Ihr ziel ist Kajak fahren in auf der Soča in Slowenien. Wir haben sie auf Bier eingeladen, nett zusammen Abendgegessen und am Lagerfeuer bei einen Glas Wein das Spiel Bayern gegen Inter geschaut. Besonders dabei war, das wir über einen Beamer das Bild auf Ihr Fahrzeug projizieren konnten. Das hat die Jungs vom Trainingsplatz nach ihrer warmen Dusche schon beeindruckt. Allerdings waren das eher AC Mailand Fans was wir durch rufe wir „Forza AC“ und „vaffanculo Inter“ schnell rausgefunden haben. Das Spiel geriert im laufe des Abends schnell in den Hintergrund da wir und wirklich nett und gut unterhalten haben.
Ein wirklich toller einstand mit netten Menschen. Am ende des Abends haben wir dann unser noch eingeschweißtes Freundebuch, welches wir extra für die Reise bekommen haben, ausgepackt und die beiden durften sich als erste Drain verewigen.
Am nächsten Morgen (09.04) haben wir nach einem schönen Frühstück mit Rührei den Weg zum Gardasee geplant und musste kurzer Hand Festellen, das unser Bulli noch keine Lust hatte. Er brauchte noch ÖL. Das war kein schönes Gefühl. Als nicht KFZ Affiner ist das etwas schwierig und hat mich dann kurz aus der Bahn geworfen und verunsichert. Netten Nachbarn gefragt, ins Dorf und mit google übersetzter ÖL bekommen, zum Gardasee, ÖL geprüft, stand jetzt alles halb so wild. Unser Stellplatz für die nächsten Tage ist ein ruhig gelegner Bauernhof zwischen Borghetto sul Mincio und dem nördlichen Endes des Gardasees. Hier gibt es Ziegen und Schafe sowie eine Handvoll Gänse und Hühner die frei umherliefen. Ruhe und Erholung. Erschöpft von den Eindrücken der ersten Tag und der Autofahrer ging der Tag bei angenehmen 20 Grad zu ende. Natürlich nicht ohne am Abend das Dortmundspiel zu verfolgen über einen Live Stream. Mit leichten Kopfscherzen fielen mir die Augen zu und wachte erst am nächsten Tag wieder auf.









