Reisebericht Zeitraum 11.05-18.05

Reisebericht Zeitraum 12.05-18.05 

Chalkida (GR) Ein Oleander im Garten ist wie ein Geheimnis – prachtvoll, doch nicht ohne Risiko

"Bäääng — Hasse die Schallmauer gebrochen!!!" K.B.

Am Morgen des 11.05 werden wir von unheimlichem Lärm geweckt. Kurz dachte ich, wir wären am Flughafen in Frankfurt aufgewacht. Etwas verwirrt, da der Abend und die Nacht so ruhig gewesen sind, schaue ich aus dem Fenster, kann aber nichts am Himmel erkennen. Wir stehen auf, um einen kleinen Spaziergang zu machen und zu schauen, ob wir entdecken können, um was es sich dort handelt. In dem kleinen Park an der Landstraße donnert es wieder über uns. Wir entdecken „Kampfflugzeuge“ am Himmel. Ich wollte mich schon ins nächste Gebüsch stürzen, als aus den Düsen der Flugzeuge bunter Rauch kam. Es handelte sich nach einiger Recherche um die sogenannten „Red Arrows“, das Kunstflugteam der britischen Luftwaffe Royal Air Force. Wie ich lese, üben sie für eine Kunstflugschau, die in Thessaloniki stattfinden soll. Es ist eindrucksvoll zu sehen, wie präzise und sicher die Piloten diese Maschinen handhaben. Wohl nicht umsonst sollen sie eine der besten Kunstflugstaffeln weltweit sein. Wir schauen uns noch ein wenig das Spektakel an und gehen wieder zum Bulli. Dort sitzend, werden wir von zwei älteren Damen angesprochen, die gerade mit ihren Hunden die morgendliche Gassi-Runde drehen. Eine von ihnen spricht uns unerwarteterweise auf Deutsch an. Wie sich herausstellt, hat sie 30 Jahre bei der Deutschen Bank gearbeitet, kann sich aufgrund der schlechten Rente aber nicht das Leben in Deutschland leisten und ist nach Chalkida (GR) gezogen. Wir unterhalten uns nett. Moscha, so heißt die nette Frau, lädt uns zum Frühstück ein. Das kommt uns gelegen, wir haben Hunger. Ich zahle selbst. Auf dem Weg zeigt sie uns sogar noch ihre Wohnung. Sie ist schön eingerichtet und groß. Das Frühstück tut gut, und gegenüber entdecke ich einen Friseur. Wie gut, dass  Moscha und der Friseur sich kennen, und so sitze ich kurzerhand auf dem Stuhl, und der Friseur rettet, was noch zu retten ist von dem, was Sina vergeigt hatte. Danach laufen wir durch die Stadt und haben einen schönen Tag zusammen. Wir verabschieden uns und verabreden uns für den nächsten Tag zum Frühschoppen in ihrem Lieblingslokal. Abends essen wir am Bulli und schlafen gut. Καληνύχτα

Chalkida (GR) Wie würde Tim Toupet sagen: Du hast die Haare (endlich) schön
Chalkida (GR) Wie würde Tim Toupet sagen: Du hast die Haare (endlich) schön

Auch heute (12.05) werden wir von dem Getöse geweckt. Wir frühstücken und machen uns auf den Weg zum Treffpunkt. Dann laufen wir gemeinsam zum Lokal und es gibt meinen ersten Ouzo. Hier wird er standesgemäß mit Eiswürfeln und Wasser getrunken. Das schmeckt mir nicht wirklich lecker, aber auch hier erfüllt er seinen Zweck. Die Herren vom Nachbartisch geben uns noch ein wenig Obst, das sie vom Baum gepflückt haben. Lecker. Wir genießen den restlichen Tag, verabschieden uns am Nachmittag, da wir noch etwas alleine die Stadt erkunden wollen und am nächsten Tag aufbrechen. Wir laufen noch hoch zum Karababa Castle, haben einen schönen Blick über die Stadt und lassen den Abend am Bulli ausklingen. Καληνύχτα

Chalkida (GR) Yia mas!

Weiter geht es Richtung Athen. Wir warten ja noch immer auf die Reparatur unserer Kühlbox, und so fahren wir heute, 13.05 (-18.05), zum nächsten Park4Night-Spot in Chalkoutsi (GR). Da es aber früh am Morgen ist und nicht viel los ist, springen wir beide noch schnell unter die Stranddusche am Wasser, um uns frisch zu machen. Wir suchen uns am neuen Ort einen schönen Platz, ca. 10 Meter vom Wasser entfernt. Wir fühlen uns wohl, und es ist einfach traumhaft schön. Wir bauen hinter uns die Hängematte auf und genießen diesen schönen, ruhigen Ort, an dem hier und da ein paar Einheimische schwimmen gehen oder im Schatten der Bäume im Auto sitzen und aufs Wasser schauen. Wir sind noch gar nicht richtig fertig, als uns ein Mann anspricht, der am Wasser entlangläuft. Er wartet auf einen Freund, der ihn hier abholt. Wir unterhalten uns gut, und bevor wir uns verabschieden, verrät er uns seinen Namen (Lindar). Er wohnt in Norwegen und hat dort ein Haus. Er freut sich, uns zu treffen, und findet uns so sympathisch, dass er uns zu sich nach Hause einlädt – verrückt, auch mit der Möglichkeit, wenn er nicht da ist. Wir sollen ihm einfach Bescheid geben, wenn wir kommen wollen. Es läge wohl immer ein Schlüssel unter der Fußmatte. Mal schauen, was daraus wird und ob das Angebot dann auch wirklich steht.

Wir bleiben ein paar Tage hier. Es ist schön und unkompliziert. Wir gehen viel spazieren, ich arbeite zwischendurch. Καληνύχτα

Athen (GR) Bergtee - traditioneller Kräutertee, der aus Pflanzen der Gattung Sideritis („Eisenkraut“) gewonnen wird. Er wächst wild in den Bergen Griechenlands, oft über 1.000 m Höhe

Am 15.05 machen wir einen Tagesausflug nach Athen. Es hat uns dort gut gefallen. Wir sind gegen 15 Uhr im Zentrum, das Auto haben wir außerhalb auf einem Parkplatz geparkt und fahren wieder mit der U-Bahn. Auf dem Weg zum Parkplatz habe ich noch einer Schildkröte beim Überqueren der Straße geholfen die für viele Autofahrer zu langsam unterwegs war. In Athen kaufen wir auf das Anraten meiner Mutter den hier lokal produzierten griechischen Bergtee. Da ich Hunger habe, macht Sina ein tolles Lokal ausfindig. Wir gehen zu Feyrouz. Dies ist ein libanesisch geführtes Familienrestaurant mit Lahmacun sowie Pidé mit Hummus, verschiedenen Dips, Falafel  und hausgemachten Brot etc. Es ist super lecker – auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert! Wir laufen ein wenig durch neue Gegenden, darunter auch das politisch eher links orientierte Viertel „Exarchia“, wo wir interessante Plakate entdecken, bei denen es darum geht, Investoren davon abzuhalten, hier Häuser zu kaufen, um diese dann zu hohen Preisen wieder zu verkaufen oder für Touristen bereitzustellen. Auf dem Weg zurück zur U-Bahn laufen wir noch am ältesten heute nicht mehr benutzen Stadion Griechenlands vorbei. Es heißt „Apostolos Nikolaidis Stadium“ und war und ist das Heimstadion des Fußballvereins „Panathinaikos F.C.“. Es hat eine lange und bedeutende Geschichte und war Austragungsort vieler nationaler und internationaler Spiele. Abends fahren wir wieder zu unserem schönen Stellplatz zurück, essen einen leckeren griechischen Salat an der Strandbar, die sich für die Saison bereitmacht, und gehen schlafen. Καληνύχτα

Sonst passiert nicht viel. Wir treffen beim Essen gehen am nächsten Tag noch ein nettes Ehepaar aus Frankreich und haben ein schönes Gespräch. Auch hier bekommen wir eine Handynummer von ihnen, sollten wir Fragen oder Probleme haben, und sind herzlich eingeladen vorbeizukommen, sollten wir erneut in der Nähe sein.

Am 18.05 geht es dann für uns weiter entlang der Küste des Festlands nach Agios Panteleimonas (GR) und wir gehen abends eine Kleinigkeit essen mit schönem Blick aufs Meer. Danach gibt es im Lokal um die Ecke noch einen Crêpe mit Nutella, den wir uns teilen, und so fallen wir glücklich und zufrieden ins Bett, nicht ahnend, was wir in dieser Nacht das erste Mal in unserem Leben erleben sollten. Καληνύχτα

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen