Reisebericht Zeitraum 26.04-03.05 

Reisebericht Zeitraum 26.04-03.05 

Wir hatten eine Wette, ich habe verloren und Sina durfte das Bild von diesem neuen Beitrag aussuchen 

‎⁨Lefkada⁩, ⁨Ionian Islands⁩ (GR) Ein Zillertaler und zwei Dortmunder:innen auf Lefkada finden zusammen

Unverhofft kommt oft, sein Vater!

Also schon mal zur Info: Das mit dem Zusammenfassen oder Kurzhalten wird für diesen Reisebericht auf jeden Fall nicht funktionieren.

„A schianen guatn Moang!“ Samstag, der 26.04. – endlich wieder Stadion, Fußball, Bier und Bratwurst. Ich fliege nach Dortmund, um dem BVB bei der größten Aufholjagd der Vereinsgeschichte zuzuschauen.
Ist natürlich nur ’ne Finte. Das, was wir die nächsten drei Tage hier erleben dürfen, ist – sorry BVB – viel, viel außergewöhnlicher. Das klingt jetzt riesig, vielleicht größer, als es in der Erzählung rüberkommen kann, aber für uns war es etwas Besonderes bis hierhin.

Der Überfall

Wir starten den Tag und überlegen also weiter zu den Peloponnes zu fahren. Mich zieht es eher weiter, Sina möchte noch bleiben. Wir haben gestern Abend mit einem netten älteren Mann gesprochen, der auch noch einmal betonte, eine solche Reise mit ausreichend Zeit umzusetzen und sich nicht immer von der nächsten Sensation locken zu lassen. Während wir also am Strand mit einem kleinen Ball etwas Fußball spielen und noch unentschlossen sind, wie es weitergeht – die Sonne klettert langsam über den Berg und es wird warm – kommt da so ein Auto in unsere Richtung gefahren. Es fährt langsam und suchend die Straße entlang, kreuzt unseren Weg und bleibt abrupt stehen. Die Scheibe fährt runter und ich gehe zum Auto. Natürlich ich – es könnte jemand sein, der uns ausraubt, dann glaube lieber ich dran als Sina. Damit Sina ausreichend Zeit hat zu fliehen, gehe ich langsam zum Auto und schaue durch das offene Fenster der Beifahrertür zu der Person, die dort sitzt.
„A schianen guatn Moang!“ – „Fliegsch a mit’m Paragleita?“ Ich verstehe nur Bahnhof – und das mit dem Überfall ist natürlich nur Quatsch.

Auf den Schock trinken wir dann zu dritt erst mal ein schönes kaltes Bier. Hannes H. (um es dramatisch wirken zu lassen) kommt aus dem Zillertal und sucht ein Taxi, damit er mit seinem Paragleiter hier eine Runde fliegen kann. Er braucht jemanden, der ihn hochfährt, damit er sein Auto an der Landezone – unserem Strand – stehen lassen kann. Wir machen einen sympathischen Eindruck, und daher stoppte er an unserem Bulli, wie er uns bei dem Bier erzählt. Er wartet eigentlich auf einen deutsch-griechischen Guide, der ihn hier abholen soll, aber er glaubt nicht daran, dass jemand kommt.
Und noch kurz eingeschoben: Die Begrüßung von ihm, wie oben geschrieben, ist vielleicht nicht ganz genau so abgelaufen – liest sich aber gut, finde ich.

Naja, wir sitzen also noch etwas zusammen und kommen ins Gespräch. Hannes ist noch ein paar Tage auf der Insel und möchte hier ein paar Probesprünge machen für eine Gruppe von Springern/Fliegern, die hierher kommen wollen, und er erkundet jetzt die Gegend. Um 14 Uhr soll der Guide kommen, per Telefon gab es keinen direkten Kontakt, sondern nur ein: „Ich ruf den an, und der ruft den an, und der sagt dem Bescheid, dass da jemand um 14 Uhr sein soll.“
Zum großen Erstaunen kommt dann um 14 Uhr ein roter Jeep angefahren. Ein Mann mit kurzer, zerrissener Hose und Tanktop kommt zu uns. Schnell wird klar, dass er der Guide ist. So gibt es dann noch mal ein Sicherheitsbier, und danach die Entscheidung, dass Janni (der Guide) sein Auto stehen lässt und die beiden mit Hannes’ Mietwagen hoch zum Startplatz fahren.
Hannes meint daraufhin, ob wir nicht Lust hätten, mitzufahren, um uns das Ganze anzuschauen. Wir beide doch überrascht und verunsichert: Lassen wir den Bulli jetzt hier alleine stehen? Passiert ihm auch nichts? Wird er geklaut? Wie lange dauert das Ganze, wird es kalt da oben, lange oder kurze Hose? Nehme ich mein Handy und den Reisepass mit oder nur das Portemonnaie?
Aber wir entscheiden uns zum Glück dafür, mitzufahren. Also ab ins Auto – wir beide sitzen hinten. Hannes und Janni sind mind. 10–20 Jahre älter, und wie ich da so hinten im Auto sitze, fühle ich mich ein wenig wie ein Kind – weiß nicht warum, aber zwei erwachsene Menschen vorne, und wir machen einen Ausflug. Auf dem Weg hoch zum Startplatz erzählt Janni noch so einiges zur Insel und dem Fliegen hier, worauf man achten muss etc. Sina und ich – vor allem Sina – stellen viele Fragen. Es ist ein guter Vibe (ein gutes Gefühl) mit allem im Auto.

Ausflug ins Ungewisse 

Wir stoppen an einer Taverne auf halber Strecke. Es soll noch ein Sicherheitsbier geben. Leider hat die Taverne geschlossen. Die Besitzerin steht vor dem verschlossenen Tor und spricht Janni auf Griechisch an. Sie scheinen sich zu kennen. Kurzum wird das Auto geparkt, wir „klettern“ über den Zaun und setzen uns an einen Tisch. Wir bekommen jeder ein großes Bier, Nüsse sowie eine Tüte Chips.
Ein komischer und toller Moment zugleich. Janni spricht mit den Besitzern ein bisschen auf Griechisch, während wir unser Bier genießen und uns gut unterhalten. Als Janni dazukommt, wird es dann auf einmal politisch – und vielleicht kann man auch sagen: etwas schräg oder abgedreht. Hannes beendet die Diskussion. Danke dafür. Bei so etwas tue ich mich da bekanntlich schwer, vermeintliche Halbwahrheiten im Raum stehen zu lassen.

Am Startplatz angekommen, macht Hannes seinen Schirm fertig. Spannend mitanzusehen aus der Nähe. Während des doch recht schnellen Aufbaus lädt Hannes uns noch ein, doch bei ihm zu Hause auch einen Paragleiter-Schein zu machen. Er hat vor der Tür eine Flugschule und ist selber auch Lehrer gewesen. Besuchen werden wir ihn auf jeden Fall!
Wir stehen oben am Abhang und schauen auf das besondere Wasser von Lefkadas Küste. Das Wasser leuchtet in intensiven Türkis- und Blautönen, weil feiner Kalksteinsand, weiße Klippen und die Tiefe des Meeres das Sonnenlicht besonders stark reflektieren und brechen. Zudem fällt der Meeresboden dort schnell ab, was die starken Farbkontraste zwischen flachem und tiefem Wasser verstärkt. Leicht einen sitzen und keine Termine – es ist einfach besonders.
Nur einen kurzen Augenblick später ist Hannes in der Luft und zieht seine Kreise. Wir fahren schnell wieder zum Bulli, um ihn dort mit einem weiteren kalten Bier in Empfang zu nehmen. Dort angekommen packe ich noch schnell meine Drohne aus, als er im Anflug ist, um damit eine schöne Aufnahme für ihn zu machen. Das klappt alles wunderbar, ich habe ein paar schöne Eindrücke mit der Drohne hinbekommen – und so trinken wir dann erst noch ein paar Bier, bevor Janni am Abend zu einem Termin muss und wir mit Hannes im nächsten kleinen Dorf (Agios Nikitas) etwas essen gehen – bei der Taverna Portoni.
Wir trinken noch das ein oder andere Bier, haben wirklich gutes Essen und nette Gespräche. Als ich mich dann abends in den Bulli lege, fühle ich mich von dem Tag erschlagen und alles dreht sich. Das sind nicht meine Gefühle, die verrückt spielen, sondern der Alkohol. Ich habe schon wirklich gut einen sitzen. Das letzte Bier mal wieder…
Καληνύχτα 

‎⁨Lefkada⁩, ⁨Ionian Islands⁩ (GR) Ein aufregender Tag, mit ein bisschen BVB und einer Menge Bier/Wein geht vorbei
‎⁨Lefkada⁩, ⁨Ionian Islands⁩ (GR) Ein aufregender Tag, mit ein bisschen BVB und einer Menge Bier/Wein geht vorbei

27.04., Sonntag, Ruhetag

Quatsch. Es geht weiter.
Wir verlassen den schönen Strand nach zwei Tagen – leider nicht ganz freiwillig. Die Polizei hat alle Camper nett aufgefordert, doch bitte weiterzufahren. Da die Saison langsam losgeht und die Besitzer:innen der Strandbars alles auf Vordermann bringen wollen, war es ein kurzer Anruf bei der Polizei durch die Eigentümer:innen – und dann ist Ruhe.
In Griechenland ist „wildes“ Camping verboten, wird aber toleriert – bis zu einem gewissen Punkt.
Wir fahren also von der Westküste zur Ostküste und suchen uns einen neuen Stellplatz auf einem schönen Campingplatz (Desimi Beach Camping). Da unser Bulli schön klein ist, bekommen wir einen Spot direkt, also direkt direkt am Wasser. Wirklich toll.
Hier machen wir es uns erst mal gemütlich und ich erhole mich vom Vortag.

Saganaki Käse Liebe

Das klappt so lange, bis ich einen überraschenden Anruf aus der Luft bekomme. Hannes – wir haben gestern Abend noch die Nummern getauscht – fliegt gerade auf der Ostseite mit seinem Schirm durch die Luft und wollte mal Hallo sagen.
Sein Landeplatz für den Tag ist keine fünf Minuten von unserem neuen Campingplatz entfernt, und so machen wir kurzerhand aus, dass die beiden (Hannes und Janni) nach der Landung zu uns kommen.
Bei der Ankunft gibt es dann das erste Konterbier. Nach drei Bier höre ich auf. Man muss es ja nicht immer übertreiben – und morgen ist wieder ein neuer Tag zum Biertrinken.
Wir gehen abends noch zusammen essen in Nydri (GR) und lernen unseren bis dato neuen Lieblingskäse kennen: Saganaki Cheese.
Es ist ein nettes Restaurant, geführt von einem älteren Ehepaar. Das Essen ist lecker und wir gehen alle zufrieden ins Bett.
Καληνύχτα 

‎⁨Lefkada⁩, ⁨Ionian Islands⁩ (GR) So werden hier die Verabredungen gemacht

Heute, 28.04., haben wir Großes vor.

Wir stehen um 9 Uhr auf und machen uns fertig. Wir packen unsere Tasche mit ein paar Snacks, etwas Sonnencreme und ein paar kalten Bieren in der Kühltasche. Natürlich darf die Badehose nicht fehlen. Sina ist etwas aufgeregt. Sie weiß nicht, ob sie den heutigen Tag ohne Probleme übersteht.
Hannes ist übrigens auch eingeplant – wir haben uns für heute zum Bootfahren verabredet.
Ich habe am Morgen, keine 20 Meter entfernt vom Campingplatz, bei einem Bootsverleih ein Boot für uns gemietet. Für ein Boot bis 30 PS oder eine Länge bis ca. 7 Meter ist kein Führerschein erforderlich. Das Gute ist: Sina und ich haben keine Ahnung – und somit auch keine Angst, etwas falsch zu machen.
Ich gehe um 10 Uhr schon mal hin, um die Einführung zu bekommen. Das dauert ca. 2 Minuten:
„Hier ist das Lenkrad, da der Hebel fürs Gasgeben – und hier noch 3 Schwimmwesten. Toi toi toi und gute Fahrt!“

Captain Sina Ahoi 

Hannes ist um 11 Uhr da. Wir gehen aufs Boot und haben einfach einen unvergesslich schönen Tag zusammen. Sina hat keine Übelkeit, wie befürchtet, sondern lenkt seit Sekunde eins das Boot – noch mit ausreichend Vorsicht, bis Hannes darauf keine Lust mehr hat und das Steuer übernimmt mit der Idee, mal zu schauen, was der Kahn so draufhat.
Also Hebel voll durchgedrückt – bis nach vorne. Wir schaffen 40 Knoten mit dem Boot. Wir haben alle großen Spaß. Hannes und ich trinken Bier und rauchen, während Sina uns durch die Gegend fährt.

Wir machen einen Stopp in einer kleinen Bucht und gehen schwimmen. Sina muss aufgrund ihrer Narbe von der OP noch vom Boot aus zuschauen. Danach fahren wir einen kleinen Hafen an, um dort unser Mittagessen zu genießen.

Efcharistó polí – Vielen herzlichen Dank

Wir legen in Vathy (Meganisi Island, GR) an und gehen zum Lokal Stavros Family Taverna. Dort gibt es als Vorspeise einen leckeren Salat und als Hauptgericht den Fang des Tages – ein Fisch, dessen Namen ich vergessen habe, der uns aber alle gut satt macht. Wir trinken gemütlich unser Bier aus und fahren dann wieder zurück zum Campingplatz. Danach verabschieden wir uns von Hannes, der wieder Richtung Thessaloniki fährt, um seinen Flug zu bekommen.
Es waren drei tolle Tage, die wir sehr genossen haben. Ein toller Zufall, aus dem viele schöne Momente entstanden sind.
Danke, Hannes! Καληνύχτα 

‎⁨Lefkada⁩, ⁨Ionian Islands⁩ (GR) Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön. Denn da kann man fremde Länder und noch manches andre sehn. Hol-la-hi, hol-la-ho Hol-la-hi-a hi-a hi-a, hol-la-h

Der Junge arbeitet zur Abwechslung mal wieder (29.04).

Ich habe meinen Rhythmus gefunden und bleibe dabei: dienstags und freitags von 8–12 Uhr (deutscher Zeit).
Danach verlassen wir Lefkada und machen uns auf, in Richtung Peloponnes. Der Stopp für heute ist eine Taverne, die noch nicht geöffnet hat, bei der man dennoch draußen kostenlos übernachten darf. Die Nostos Beach Bar (Kryoneri, GR) liegt – wie alles in den letzten Tagen – auch wieder direkt am Wasser.
Als wir gegen 17 Uhr ankommen, ist es bewölkt und kalt. Eine willkommene, aber unerwartete Abwechslung. Wir kochen noch ein leckeres Abendessen – irgendetwas mit Reis und Paprika. Auf jeden Fall sehr lecker.
Wir spülen zum ersten Mal in unserem Blumentopf-Waschbecken und schauen noch einen James-Bond-Film. Καληνύχτα

Kryoneri (GR) Sie kocht, er macht den Abwasch. So schmeckt Gleichberechtigung am besten
Kryoneri (GR) Sie kocht, er macht den Abwasch. So schmeckt Gleichberechtigung am besten

„Der neue Look: Business vorne, Party hinten!“

Also, um das auch mal kurz klarzustellen: Wir stehen an den meisten Plätzen, an denen wir frei stehen, nicht alleine. Auch wenn wir es so fotografieren (gelernt von Instagram – muss ja einzigartig aussehen).

Hilfe in Sicht 

Wir frühstücken und machen einen gemeinsamen Spaziergang (30.04.). Wir laufen ca. eine Stunde am Strand entlang zu einem kleinen Dorf – es ist wie ausgestorben dort.
Nach dem Spaziergang müssen wir uns leider um unsere Kühlbox kümmern. Trotz der eingestellten zehn Grad kühlt sie leider auf unter null, sodass wir unseren Joghurt schlecken müssen. Wir finden jemanden in Athen, der uns sagt, dass wir mit dem Problem zu ihm kommen können und er uns helfen wird. Es sollte nicht allzu lange dauern, wenn wir bei ihm sind… Soweit, so gut – aber auch hier gilt das Motto wie bei jedem Stadionbesuch: Wenn man sich mal wirklich zurückhalten will – es eskaliert eh.

Vokuhila ist alt. Neu ist: Hikuvola

Am Nachmittag wird es Zeit, dem Jungen wieder etwas mehr Form auf den Kopf zu bringen, und wir entschließen uns kurzerhand, dass Sina mir mit meinem kleinen Bartrasierer die Haare schneidet. Spoiler: Es sieht scheiße aus – und Sina hat den Spaß ihres Lebens. Fotos natürlich im Anhang unten.
Hashtag der Woche: Business vorne, Party hinten!
Danach machen wir noch ein wirklich leckeres Tomate-Mozzarella-Rezept und pimpen es mit Artischocken. Aber nicht irgendwelchen Artischocken! Diese Artischocken haben wir vor 14 Monaten auf unserer Reise durch Spanien auf der Plantage von dem Ölhersteller Artejo gekauft. Dieser hatte die Artischocken in seinem Werksladen ebenfalls zum Verkauf. Das sind die Artischocken:
EL NAVARIO: Alcachofas Enteras Alinalas Extra.
Wow, wow und noch mal wow. Da ist der Haarschnitt schnell vergessen.
Ein tolles Gefühl, das jetzt hier in Griechenland zu essen.
Am Abend schauen wir noch der untergehenden Sonne zu und machen ein paar schöne Fotos. Καληνύχτα

Kryoneri (GR) Ein Sonnenuntergang zeigt uns: Auch das Ende eines Tages kann in Schönheit gehüllt sein

Tag der Arbeit (Arbeiter wissen, wann das ist).

Wir fahren nach Patras.
Patras ist die drittgrößte Stadt Griechenlands und liegt an der Küste der Peloponnes. Die Stadt verbindet Griechenland über ihren Hafen mit Italien und den Ionischen Inseln.
Bekannt ist sie für ihren lebendigen Karneval, der jedes Jahr Hunderttausende Besucher anzieht. Sehenswert sind die beeindruckende Rio-Antirrio-Brücke, die Agios-Andreas-Kathedrale – die größte Kirche des Landes –, sowie die antike Burg und das Archäologische Museum. Grau ist im Leben alle Theorie, entscheidend ist auf’m Platz.
Wir fanden Patras – unter den Umständen, dass auch hier Feiertag war – nicht schön. Es wirkte sehr dreckig und heruntergekommen. Wir schauen uns die Stadt ein paar Stunden lang an, gehen zum höchsten Punkt mit einem schönen Ausblick und laufen durch das Kneipenviertel, das zu den belebten Abendstunden bestimmt Freude bereitet.
Am Nachmittag fahren wir zu unserem Schlafplatz in Archia Korinthos (Corinth, GR) – einer alten Tankstelle, die jetzt ein Rastplatz mit Restaurant für Camper ist.
Sina hat den Platz gefunden, und ich bin erst etwas skeptisch. Vor Ort ist aber alles mit viel Liebe schön hergerichtet worden von der Besitzerin. Wir essen abends sehr, sehr lecker – gute Hausmannskost: Saganaki-Käse, Tzatziki, Brot, Kohlblätter mit einer Hackfleischfüllung und eine Auberginenpaste mit sehr zartem Gulasch.
Danach können wir beide gut schlafen. Καληνύχτα

Corinth (GR) Der beste private Womo-Stellplatz auf dem Peloponnes. Eine klare Empfehlung 👌

Die archäologische Seite des antiken Korinth ist das Tagesziel für heute (02.05).

Ich habe vormittags gearbeitet, und so fahren wir gegen 14 Uhr vom Schlafplatz zu dem Ort, der geschichtlich eine besondere Bedeutung haben soll. Das antike Korinth war einst die reichste und größte Stadt Griechenlands – mit bis zu 90.000 Einwohnern. Besonders auffällig sind der Apollon-Tempel mit seinen mächtigen Säulen, das römische Forum mit Brunnen und Tempeln sowie der Diolkos, eine alte Straße für den Schiffstransport über Land. So richtig den Drive (das Gefühl) bekommen wir beide nicht. Es ist schon beeindruckend und spannend zu sehen – aber ohne ein wirkliches Verständnis für die Historie und die geschichtliche Einordnung ist es eher ein Tagesordnungspunkt, der nach gut zwei Stunden abgehakt ist. Es war dennoch etwas besonders Sehenswertes. Gerade im Museum gab es viele jahrtausendealte Gegenstände zu sehen.

Essen wie bei Oma 

Zurück an der Tankstelle gibt es abends wieder was Leckeres auf die Gabel – mich macht das sehr glücklich. Während Sina aufs Neue wieder etwas findet, was sie essen möchte, frage ich die nette Besitzerin einfach, was das Beste für den Jungen ist, und lasse mich mal wieder überraschen – mit der Gewissheit, nicht enttäuscht zu werden.So gibt’s heute wieder den Saganaki-Käse, diesmal einen griechischen Salat. Für Sina gibt es wieder die Kohlblätter mit Hackfleisch, und für mich Hähnchenkeule mit Kartoffeln und Bohnen mit Gemüse.
Und bevor wir jetzt schlafen gehen, noch eine kurze Info:

Auch wenn das hier zum Teil sehr langwierig und schwer zu lesen ist – es ist auch ein Bericht für mich, den ich mir hoffentlich immer mal wieder durchlesen werde.
Daher zum Teil ausführlicher als nötig – aber naja. Morgen kommt noch unser erster Tag Athen (wow, endlich!) – und dann geht dieser ausführliche Reisebericht auch zu Ende.
Καληνύχτα

Corinth (GR) Hier könnt ihr den Apollon-Tempel bestaunen

Αθήνα (Athen)


ℹ️

Samstag, der 03.05.

Wir starten von der Tankstelle zu einem Campingplatz / RV-Parking etwas außerhalb von Athen. Wir freuen uns beide sehr, dass wir endlich auf dem Weg dorthin sind. Zuerst fahren wir jedoch noch über den Kanal von Korinth. Dieser verbindet seit 1893 den Golf von Korinth mit dem Saronischen Golf und trennt damit dem Peloponnes vom griechischen Festland. Er ist rund 6,3 Kilometer lang, aber nur etwa 21 Meter breit, sodass heute nur kleinere Schiffe hindurchfahren können. Wir machen einen kurzen Stopp und ein paar Fotos.
Dann geht es weiter – ca. eine Stunde von Korinth zur Werkstatt, in der unsere Kühlbox repariert werden soll.
Wir werden dort nett auf Deutsch begrüßt. Er schaut sich das Problem an, und wir bestellen die beiden Ersatzteile, von denen er glaubt, dass sie unser Problem lösen werden.
Er meint, es könne auch nur an einem der beiden Teile liegen – aber dann müsste erst wieder neu bestellt werden, und für den Versand wären erneut 20 € fällig.
Also: alles besprochen und erledigt. Die Teile brauchen 7–10 Tage, danach erfolgt direkt der Einbau. Wir haben jetzt also etwas Zeit.
Am Campingplatz angekommen, werden wir – wie immer – nett begrüßt, finden einen guten Platz, und da es erst 14 Uhr ist, entschließen wir uns kurzerhand, schon mal nach Athen zu fahren. Wir nehmen ein Taxi für 6 € zum Bahnhof in der nächsten Stadt (Pallini, GR), und für nur 2,40 € (2 Personen, ein Weg) und nach eine halbe Stunde Zug-/U-Bahnfahrt sind wir in der Stadt.
Wir haben einen wirklich wundervollen ersten Tag dort.
Sina übernimmt die Führung, nachdem ich in einem Biercafé (Brew Str) für das erste leibliche Wohl gesorgt habe. Wir gehen durch die Stadt, in Richtung eines Parks, vor dem gerade die ersten Bierstände öffnen und eine Bühne steht. Ich quatsche einen Arbeiter an, der mir sagt, dass es heute ein Open-Air-Konzert / DJ gibt. Gut zu wissen, denke ich mir. Weiter geht es zum ersten Austragungsort der Olympischen Spiele der Neuzeit: Das Panathenaic Stadion in Athen ist ein historisches Stadion aus Marmor und gilt als eines der ältesten Stadien der Welt. Es wurde ursprünglich im 4. Jahrhundert v. Chr. gebaut und später im 19. Jahrhundert für die ersten modernen Olympischen Spiele 1896 renoviert.
Das Stadion fasst etwa 45.000 Zuschauer („Stadion“ von Bayer 04 Leverkusen im Jahr 2025 ca. 30.210 Zuschauer 😂🤣) und ist bekannt für seine einzigartige Architektur und seine Bedeutung für den Sport in Griechenland.
Wir zahlen nur den Studentenrabatt – danke an meinen Bruder für seinen alten Studentenausweis, der weder ein Foto noch ein Ablaufdatum hat.
Ich werde von Sina genötigt, in der prallen Sonne eine Runde zu joggen, damit ich sagen kann, dass ich an diesem besonderen Ort auch eine Runde gejoggt bin.
Da lässt man sich ja auch nicht lumpen. Ich bin also eine Runde gejoggtlaufengegangen.
Danach besichtigen wir das Museum im Inneren und sehen viele originale olympische Fackeln. Das war schon etwas Besonderes, diese aus der Nähe zu sehen.
Man lernt etwas über die Geschichte und sieht die verschiedenen Ideen und Umsetzungen. Zudem ist es auch angenehm kühl.
Und auch hier gilt – wie in vielen Teilen Griechenlands:
Es ist schon ein besonderes Gefühl, an diesen historischen Orten zu stehen – auch wenn man nicht geschichtlich besonders bewandert oder interessiert ist. Daher zurück in die Neuzeit und ab zum Open-Air-Festival. Das erste frisch gezapfte Bier habe ich mir jetzt aber auch verdient. Wir lassen an diesem – wie wir später erfahren – Ausstellungs- und Organisationszentrum für die ersten Olympischen Spiele vor toller Kulisse den Abend ausklingen und genießen die tolle Stimmung, den Sonnenuntergang und das Bier.
Wir fahren gegen 21:30 Uhr wieder nach Hause. Καληνύχτα 

Athen, Biercafé (Brew Str) (GR) Wer hier nichts findet, darf kein Bier trinken

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